Wissenschaft als Beruf: Für bessere Arbeitsverhältnisse

Dass die Beschäftigungsbedingungen in der deutschen Wissenschaft bestenfalls als lächerlich zu beschreiben sind, ist in den vergangenen Jahren fast Allgemeinwissen geworden. Nachdem seit der Einführung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes 2007 die Analysen über Kettenverträge, faktische Abschaffung von unbefristeten Arbeitsverträgen und die vorher schon bestehende, im Ernstfall prekäre Personalunion von wissenschaftlicher Betreuung und  Vorgesetzten wie Pilze aus dem Boden schossen (z.B. BUWIN, Kreckel 2008, pdf), war das Themen auch auf gewerkschaftlicher Seite  auf dem Tisch.

Es dauerte allerdings recht lange, bis sich die betroffenen jungen Wissenschaftler/innen selber zu Wort meldeten.Zum einen verständlicherweise, da genau diese Bedingungen potenziell alle bestrafen, die sich wehren wollen, aber auch, weil das Selbstbild vieler junger Forscher/innen von der Vorstellung der Selbstverwirklichung und einer wie auch immer neutralen Leistungsauslese geprägt ist. Aber mittlerweile scheinen die Zahlen so deutlich zu sein, dass diese Überzeugungen ins Wanken geraten.

Die Nachwuchsgruppen in der DVPW haben sich nun zusammengeschlossen und eine Petition verfasst, die das Thema (mal wieder) in den politischen Diskurs einbringen soll. Dabei geht es nicht nur um die Rahmenbedingungen (Arbeitszeit, Familienfreundlichkeit etc.) sondern um die grundsätzliche Frage, ob es eine dauerhafte Perspektive in der Wissenschaft jenseits der Professur geben soll:

Wir fordern dazu auf, die Einhaltung geltender Standards für gute Beschäftigungsbedingungen konsequent sicherzustellen, darüber hinaus bestehende und kurzfristig herstellbare Möglichkeiten bei der mitarbeiterfreundlichen Ausgestaltung von Beschäftigungsverhältnissen auszuschöpfen und langfristig auf (landes- und bundes-) politischer, universitärer und Institutsebene für eine grundlegende Verbesserung von Beschäftigungsverhältnissen durch die Schaffung attraktiver, verlässlicher und familienfreundlicher Karriereperspektiven Sorge zu tragen. Dafür ist neben der Schaffung zusätzlicher Professuren und der Einführung von Entfristungsregelungen auch die verstärkte Förderung von Karrierewegen jenseits der Professur in der Forschung, in der Lehre und im Wissenschaftsmanagement notwendig.

Unterschreiben kann man online.