“Es war nicht immer der Osten” …

… betitelt die Berliner Morgenpost ihren neuesten datenjournalistischen Beitrag. Darin zeigen sie, wie rechte Parteien seit 1990 bei Bundestagswahlen abgeschnitten haben. Dabei trennen sie optisch zwischen rechtsextremen und rechtspopulistischen Parteien, wobei die Grundlage der Trennung unklar bleibt (so werden die Republikaner ab 2006 zu den Rechtspopulisten gezählt, zuvor waren sie noch rechtsextrem). Dies ist aber auch weniger relevant.

Die Daten über den langen Zeitraum zeigen zwei Dinge: Erstens eine Entwicklung: Die höchste Zustimmung zu rechten Parteien verschiebt sich. Während der 1990er Jahre stark in den südlichen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, “wandert” die Zustimmung nach Norden (Baden-Württemberg und Hessen) und nach Osten (Thüringen, Sachsen, östliches Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern). Ab Mitte der 2000er Jahre erstarken die rechten Parteien dann in Sachsen und später auch den restlichen östlichen Bundesländern. Die (nun als populistisch klassifizierten) rechten Parteien können bei der Wahl 2013 in allen diesen Regionen punkten. Zusätzlich an Nord- und Ostsee sowie im Ruhrgebiet und in Teilen von Rheinland-Pfalz und Saarland.

Zweitens, eine Niveauverschiebung. Während die Zustimmung zu den rechtsextremen Parteien in den 1990ern nur in sehr wenigen Kreisen bei mehr als 10% lag, ist diese Höhe der Zustimmung zu den rechtspopulistischen Parteien 2013 in manchen Bundesländern flächendeckend. Gleichzeitig zeigt sich, dass die rechten Parteien 2013 offensichtlich an “Erfolge” anderer rechter Parteien, vor allem in Baden-Württemberg und Hessen, anknüpfen können.

Leider kann man mit den Daten keine strukturellen Ursachen oder Zusammenhänge darstellen. Die Landkarte mit Urbanisierungsgrad und diversen anderen sozio-ökonomischen Daten zu unterfüttern wäre sicherlich ein gutes Unterfangen…