CfP: Subjekte in Bewegung, Organisationen in Bewegung? Gewerkschaften und Migration.

Hans-Böckler-Stiftung; in Kooperation mit der Göttinger Graduiertenschule Gesellschaftswissenschaften (GGG) 23.04.2013-26.04.2013, Göttingen, Georg-August-Universität Göttingen, Tagungszentrum an der Historischen Sternwarte

Deadline: 30.09.2012

Subjekte in Bewegung, Organisationen in Bewegung? Gewerkschaften und Migration. Eine Tagung für Doktorand_innen und Nachwuchswissenschaftler_innen

(english version below)

Die Konzentration des Welthandels auf die Triade Westeuropa, Nordamerika und Japan/Südostasien hat zur Folge, dass ganze Regionen und Kontinente den Anschluss an den Weltmarkt verlieren oder nie gefunden haben. Zudem findet eine weitreichende Umstrukturierung der Produktion statt, die u.a. die Erosion und Flexibilisierung von Arbeitsverhältnissen zur Folge hat. Im europäischen Raum verändern sich durch die Krise auch Grenzregime, was sich etwa in der Diskussion um die Wiedereinführung von Grenzkontrollen widerspiegelt. Infolge dieser weltpolitischen und ökonomischen Situationen wandeln sich Migrationsprozesse sowie der staatliche Umgang mit ihnen. Migration stellt sich hierbei äußerst unterschiedlich dar: Die Spanne reicht von illegalisierten “”Boat People”” aus Nordafrika über Zeitarbeiter_innen und kurzfristig angeworbene Montagearbeiter_innen bis hin zu Migrationsprozessen gut ausgebildeter Akademiker_innen (“”brain drain””). Parallel dazu stellt ein soziokultureller Wandel, der u.a. zur Auflösung traditioneller Milieus der Arbeiter_innenbewegung und zu neuen Bewusstseins- und Handlungsstrukturen führt, auch Gewerkschaften vor neue Herausforderungen.

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Rechtsextremistinnen

Gerade ist mein erstes Buch im Metropol-Verlag erschienen:

Rechtsextremistinnen

Zwischen Kindererziehung und nationalem Kampfauftrag Bis zum Ende der 1990er-Jahre war das Engagement von Frauen im Rechtsextremismus nicht nur quantitativ gewachsen, auch die Rollen, die sie einnahmen, hatten sich erweitert. Nun deutet einiges darauf hin, dass es seitdem eine Art ,,Rollback” gegeben hat. In dem Maße, wie die NPD zur hegemonialen Kraft in der rechtsextremen Szene wurde, scheint auch der Spielraum für Frauen dort wieder beschränkter zu werden. Regina Weber untersucht am Beispiel der Deutschen Stimme, wie sich Frauen in der NPD und ihrem Umfeld artikulieren. Um zu überprüfen, welche Rollenbilder an den Nachwuchs vermittelt werden, betrachtet sie das Organ der neonazistischen und inzwischen verbotenen Heimattreuen Deutschen Jugend, den Funkenflug. Das Ergebnis bestätigt, dass die Rollenmuster und Handlungsfelder für Frauen in dieser Szene gegenüber den 1990er-Jahren enger geworden sind.

2012. ISBN: 978-3-86331-075-2, 159 Seiten, 16,- Euro. Bestellen

Just published: Bildungsbeteiligung und Partizipation von Migrant/innen

Mein Kollege Daniel Houben und ich waren im vergangenen November zu einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Sektion Migration und ethnische Minderheiten der Deutschen Gesellschaft für Soziologie eingeladen, um Ergebnisse der Vollerhebung in der Stipendiat/innenschaft der Hans-Böckler-Stiftung unter dem Titel “Bildungsbeteiligung und soziale Partizipation von Migrantinnen und Migranten – Erkenntnisse einer Vollerhebung unter den Stipendiatinnen und Stipendiaten der Hans-Böckler-Stiftung” vorzustellen. Der Tagungsband, unter anderem mit unserem Beitrag in Zusammenarbeit mit Jennifer Dusdal, ist nun in der Reihe WiSo der FES veröffentlicht worden: PATRICIA PIELAGE, LUDGER PRIES, G_NTHER SCHULTZE (Hg.), Soziale Ungleichheit in der Einwanderungsgesellschaft. Kategorien, Konzepte, Einflussfaktoren, Tagungsdokumentation im Auftrag der Abteilung Wirtschafts- und Sozialpolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, Juli 2012.

National student governance in Germany: The case of fzs

Just published in European Journal of Higher Education:

Jungblut, Jens, Weber, Regina: National student governance in Germany: the case of fzs.

This article analyzes the organizational development of freier zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs), the national union of students in Germany from its foundation until 2010. It situates it within the variety of student organizations acting on behalf of students within the multi-level system of higher education governance in Germany. Starting out as a rather small, ideologically driven and a more network-oriented association fzs developed into a national-level umbrella organization with a more professional working structure. This institutionalization and professionalization – especially during the 2000s – can be explained by several important developments in the domestic environment in which fzs is embedded. The current diversification in German higher education governance, leading to the loss of influence of the federal level and growing diversity between the Bundesl_nder, together with increasing influence of commodification in the context of the Bologna Process, coincide with the decrease of impact and members of fzs after 2005.

Doppelt gemoppelt oder völlig sinnlos: DVPW gegen Gutachten beim Masterzugang

Die DVPW hat sich gegen die sich ausweitende und absurde Tendenz ausgesprochen, von Studierenden zusätzliche Gutachten bei der Bewerbung um Master-Studienplätze zu fordern. Die Erklärung im Wortlaut:

Stellungnahme von Vorstand und Beirat der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW) zu den Bewerbungsverfahren für Master-Programme im Bereich Politikwissenschaft

Mit der Einrichtung von Bachelor- und Masterstudiengängen haben sich an vielen deutschen Universiäten auch die Bewerbungs- und Zulassungsverfahren für das Studium verändert. Zu diesen Änderungen gehört, dass einige deutsche Universitäten von Bewerbern für politikwissenschaftliche Masterstudiengänge ein oder sogar zwei persönliche Gutachten von Hochschullehrern voraussetzen. Vorstand und Beirat der DVPW haben auf ihrer Sitzung am 28. April 2012 die Empfehlung beschlossen, von Bewerberinnen und Bewerbern für Studienplätze in Master-Programmen unseres Faches keine derartigen Gutachten von Lehrenden zu verlangen. Zugleich empfehlen Vorstand und Beirat, dass für die Studiengänge, für die solche Gutachten bereits verlangt werden, auf diese Bewerbungsvoraussetzung zukünftig verzichtet wird. Die Gründe für diese Empfehlung sind:

  1. Die geforderten Gutachten haben – anders als bei Gutachten für Stiftungen, die jeweils ein besonderes persönliches Anforderungsprofil formulieren dürfen – eine problematische Aussagekraft: Entweder sie entwerten die erbrachten Leistungsbewertungen und Benotungen in den BA-Studiengängen oder aber sie orientieren sich strikt an den erbrachten Noten und liefern damit lediglich eine Verdoppelung bisheriger Bewertungen.
  2. Die geforderten Gutachten können nur auf Basis persönlicher Kenntnis der Studierenden abgefasst werden. Zur Realität an den bundesdeutschen Universitäten gehört es aber, dass es vielen Studierenden in den modularisierten Bachelor-Studiengängen nicht leicht oder gar nicht gelingt, in einen direkten fachlichen Kontakt zu einem oder zwei Professoren und Professorinnen, von denen die Gutachten vorzugsweise erbeten oder gefordert werden, zu treten. Dadurch erzeugt das Erfordernis solcher Gutachten ein gravierendes Fairness-Problem, von dem in besonderer Weise die Studierenden an ,Massenuniversitäten’ negativ betroffen sind.
  3. Bei den geforderten Gutachten handelt es sich um eine Auslagerung von Bewertungsarbeiten in MA-Studienzulassungsverfahren, die einseitig zu Lasten derjenigen Bachelor-Standorte geht, an denen diese Gutachten verfasst werden sollen.

Quelle: DVPW, 28.4.2012

Migration, Bildungsaufstieg und Begabtenförderung

Entwicklungen in der Stipendiat/innenschaft der Hans-Böckler-Stiftung

Im Wintersemester 2012 habe ich zusammen mit Daniel Houben und Jennifer Dusdal eine Vollerhebung in der Stipendiat/innenschaft der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführt. Ergebnisse dieser Erhebung sind nun in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “die hochschule” 1/2012 erschienen. In der Erhebung wird die Besonderheit der Stipendiat/innenschaft, besonders im Vergleich zu anderen Begabtenförderwerken deutlich. Ein hoher Anteil der Stipendiat/innen ist den Herkunftsgruppen “niedrig” und “mittel” zuzuordnen. Ein Viertel der Stipendiat/innen ist in erster oder zweiter Generation zugewandert. Der hohe Anteil von Stipendiat/innen mit Migrationshintergrund trägt in hohem Maße zu dem speziellen Profil der Stiftung bei, das sich durch die besondere Förderung von Studierenden auszeichnet, die keine akademischen Bildungserfahrungen in der Familie vorweisen können.

Url: Download Migration, Bildungsaufstieg und Begabtenf_rderung | die hochschule 01/2012, pdf, 17 S.

(Full disclaimer: Die Autorin arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Studienförderung der Hans-Böckler-Stiftung)

Begabung oder harte Arbeit? Studienerfolg durch kollegiales Coaching

(Werbung in eigener Sache) Neu erschienen: Sarah Vespermann, Regina Weber, Begabung oder harte Arbeit? Studienerfolg durch Kollegiales Coaching, in: Organisatiosberatung, Supervision, Coaching 2012, OnlineFirst, DOI: 10.1007/s11613-012-0270-4.

“Während eines Studiums kann es zu Situationen kommen, die Unsicherheiten hervorrufen und den Studienerfolg empfindlich stören. Im Kollegialen Coaching arbeiten Stipendiat/innen der Hans-Böckler-Stiftung miteinander, die sich in ähnlichen Situationen befinden, um gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten und ihre Selbstwahrnehmung zu stärken. Ältere und ehemalige Stipendiat/innen werden zu diversity-sensiblen Coaches ausgebildet, die im Anschluss eine Coachinggruppe leiten.”

Wie komme ich darum herum, meine Dissertation zu schreiben?

Tipps und Tricks zur Vermeidung einer effektiven Arbeit an der Dissertation, zusammengestellt auf der Webseite des schwedischen Linguisten Östen Dahl, mit speziellen Tipps zur Familiengründung:

“Wähle am besten einen Partner mit wenig Verständnis für die Forschung und deren Arbeitsabläufe. Eine feindliche Einstellung des Partners hat oft einen höchst signifikant disputationsverzögernden Effekt, besonders in Verbindung (bei einem Mann) mit einer allgemein mannchauvinistischen Haltung. Natürlich können auch die Kinder zu Forschungsfeindlichkeit indoktriniert werden.”

Warum ist das Interessanteste an einer Rechtsextremistin ihr Liebesleben?

Offener Brief des Forschungsnetzwerks Frauen und Rechtsextremismus

Zur Berichterstattung über die Rechtsextremistin Beate Zschäpe

Durch die Ereignisse der letzen Wochen in Thüringen, zu denen auch gehörte, dass Beate Zschäpe sich nach jahrelangem Leben im Untergrund der Polizei stellte wird das Thema Rechtsextremismus wieder einmal in seiner ganzen Gefährlichkeit und Menschenverachtung medial präsent. Für uns, die wir uns tagtäglich wissenschaftlich, journalistisch und pädagogisch mit dem Thema beschäftigen, stellt die Existenz einer ,braunen Terrorzelle’ keine große Überraschung dar. Empört dagegen sind wir über die Berichterstattung über die mutmaßliche Täterin. Continue reading “Warum ist das Interessanteste an einer Rechtsextremistin ihr Liebesleben?”