Die Süddeutsche Zeitung und Griechenland

Nicht neu, aber wieder gelesen:

Margarethe Jäger und Regina Wamper vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung haben im vergangenen Jahr die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung zur Griechenlandkrise untersucht. Ihr Fazit: “Die SZ folgt dem technokratischen Herangehen der politischen Akteure”. Die Kommentare der als liberal geltenden Zeitung zeichnen sich dadurch aus, dass die Dichotomie von Gut (EU) gegen Böse (Griechenland), die von interessierter politischer Seite gezeichnet wurde unhinterfragt übernommen wird. Damit einher geht eine eindeutige Besetzung des Wortes “Reform” als Chiffre für die sozialpolitischen Zumutungen der europäischen Union. Veränderungen (und damit ebenfalls Reformen), die die griechische Syriza-Regierung vorschlägt werden hingegen als “Blockaden” gekennzeichnet.

In einem solchen diskursiven Rahmen erscheint dann auch die Politik der EU als rational und sinnvoll, während die griechische Position als emotional und falsch dasteht. Die Arbeit zeigt exemplarisch den Nutzen von hermeneutischen Analysen um politische Prozesse und das “Machen” gesellschafter Stimmungen zu verstehen.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *